Lasersicherheit

Das Thema Lasersicherheit und der Umgang mit Laserstrahlung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Schon Leistungen um die 100mw im blauen Spektralbereich können Augenschäden bei Direktbestrahlung auslösen. Wir erleben immer wieder, dass Geräte mit mehreren Watt an Leihen abgegeben werden.

Zudem ist der Zugang und die immer günstigeren Preise durch das Internet erneut gestiegen. Im Zweifel sollte immer ein professioneller Dienstleister hinzugezogen werden.

Im Lasershowbereich ist der Zugang zu starken Strahlquellen leider nicht reglementiert und Fehler sind hier vorprogrammiert.

Bitte beachten Sie auch die Haftung die Sie beim Betrieb einer Anlage ausgesetzt sind.

Der Abschluss einer Veranstaltungshaftpflicht sollte Obligatorisch sein und es empfiehlt sich grundsätzlich die Anzeige der Lasernutzung, da dies eine Meldepflicht auslöst. Versicherungssummmen von mindestens 5 Mio. € sind hier Pflicht. Es ist auch grundsätzlich so, dass bei einem Personenschaden (Augen) die zuständige Staatsanwaltschaft ermitteln MUSS. Schadensersatzansprüche gegen Betreiber von Laseranlagen, z.b. von Sozialversicherungsträgern sind hier keine Seltenheit.

Dies dient als Denkanstoß um die Risiken vielleicht auch von einer anderen Sichtweise zu beurteilen.

 

Am 26 Juli 2010 trat die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV) in Kraft. Diese beruht auf der Umsetzung der

EU-Richtline 2006/25/EG. Bis dahin war der Laserschutz in der Berufs-genossenschaftlichen Vorschrift BGV B2 geregelt. Zur Zeit werden zur Verordnung OStrV Technische Regeln erarbeitet. Sobald diese veröffentlicht sind, wird die BGV B2 zurückgezogen.

Laserschutzbeauftragter

Die Laserschutzbeauftragten haben folgende Aufgaben:

1. die Unterstützung des Arbeitgebers bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 und bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen nach § 7

2. die Gewährleistung des sicheren Betriebs von Lasern nach Satz 1.

Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet der Laserschutzbeauftragte mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen.

Gewährleistung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Maßnahmen (technische, organisatorische, persönliche einschließlich der Unterweisung) beim Betrieb der Lasereinrichtung durch den LSB regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Dies bedeutet hierbei nicht, dass der LSB ständig persönlich am Betriebsort zu den Betriebszeiten anwesend sein muss.

Zu den Aufgaben des Laserschutzbeauftragten gehören insbesondere:

die Mitwirkung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung,

die Mitwirkung bei der Umsetzung der in der Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer festgelegten Schutzmaßnahmen wie Mitwirkung bei der Unterweisung der Mitarbeiter, Abgrenzen und Kennzeichnen des Laserbereichs, Beschaffung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung wie Laserschutzbrillen …

die Gewährleistung des sicheren Betriebs durch regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen.

Bei ausschließlicher Anwendung der Laserklassen 1 und 2 gemäß DIN EN 60825-1:2008 wird kein Laserschutzbeauftragter benötigt.

Achtung: Viele Materialbearbeitungslaser der Klasse 1 überschreiten bei Instandsetzungsarbeiten die Expositionsgrenzwerte nach OStrV und sind dann quasi im Klasse-4-Betrieb – In diesem Fall sind Schutzmaßnahmen erforderlich.

Beim Betrieb von Lasern der Klasse 1M, 2m oder alten Klasse 3A wird gemäß TROS Laserstrahlung Teil 3 je nach Aufgabe ein Laserschutzbeauftragter empfohlen.

 

Bisher:

In der BGV B2 wird ein Laserschutzbeauftragter bei der Anwendung von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 gefordert.

Durchführungsanweisungen zu § 6 Abs. 1 BGV B2

Der Laserschutzbeauftragte gilt als Sachkundiger, wenn er auf Grund seiner fachlichen Ausbildung oder Erfahrung ausreichende Kenntnisse über die zum Einsatz kommenden Laser erworben hat und so eingehend über die Wirkung der Laserstrahlung, über die Schutzmaßnahmen und Schutzvorschriften unterrichtet ist, dass er die notwendigen Schutzvorkehrungen beurteilen und auf ihre Wirksamkeit prüfen kann.

Es wird empfohlen, dass der Laserschutzbeauftragte an einem Kurs zur Erlangung der Sachkunde für Laserschutzbeauftragte teilnimmt, der den von dem Unfallversicherungsträger aufgestellten Anforderungen entspricht.

Neu:

Auch in der OStrV wird ein Laserschutzbeauftragter bei der Anwendung von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 gefordert, Jedoch ist nun die Voraussetzung für die Bestellung, dass dieser die erfolgreiche Teilnahme an einem Sachkundelehrgang nachzuweisen hat. Aus der Empfehlung wurde also eine Pflicht. Lehrgänge, die ohne eine Abschlussprüfung enden, werden nicht mehr anerkannt.

Gefährdungsbeurteilung

Bisher:

Nach BGV B2 war es nicht erforderlich, in der Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes eine explizite Gefährdungsbeurteilung durch Laserstrahlung zu erstellen. Diese wurde durch die Einhaltung der Durchführungsanweisungen der BGV B2 ersetzt.

Neu:

Nach der OStrV ist es nun erforderlich, eine Gefährdungsbeurteilung speziell für die Gefährdung durch Laserstrahlung zu erstellen. Hilfestellungen hierzu gibt es bereits in der BGI 5006 und später auch in den Technischen Regeln. Die Gefährdungsbeurteilung ist vor Inbetriebnahme eines Arbeitsplatzes durch eine fachkundige Person zu erstellen.

Vorschriften

Unfallverhütungsvorschrift Laserstrahlen: BGV B2

Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung: OStrV

Vorschriften und Maßnahmen zur Lasersicherheit: Download Schaubild

Beurteilung der Gefährdung der Laserstrahlung: TROS Laserstrahlung